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Skifliegen in Oberstdorf
Martin Schmidt (Ger) - Harry Olli (Fin) 2009 Schanzenrekord - 225,5 m

Die Skiflug-WM 2018 steht in Oberstdorf an, doch die Schanze ist nicht mehr wettkampftauglich. Umbau kostet 11,6 Millionen Euro.

Die Heini-KLopfer-Skiflugschanze ist eine der größten Wintersportanlagen der Welt. Doch derzeit dürfen auf der traditionsreichen Schanze keine Wettkämpfe ausgetragen werden. Das Zertifikat des Internationalen Skiverbandes FIS IST SEIT 2013 ausgelaufen. Um wieder die Freigabe für Skifliegen zu bekommen, müssen Schanzenprofil, Anlaufspur und Aufsprunghügel erneuert werden. Die Zeit drängt, denn Oberstdorf hat bereits den Zuschlag für die Skiflug-Weltmeisterschaft im Jahr 2018 bekommen - doch derzeit keine wettkampftaugliche Schanze. Der Umbau der Anlage würde rund 11,6 Millionen Euro kosten, erklärte Sportstättenleiter Hans-Peter Jokschat. „Die Anlage entspricht nicht mehr den Anforderungen des modernen Skispringens“, sagte Jokschat. „Die Sicherheit der Springer ist nicht mehr gewährleistet.“ Auch die Infrastuktur der Anlage ist marode und nicht mehr zeitgemäß.Das jetzt im Sportausschuss vorgestellte Bauvorhaben umfasst neben dem Umbau des Schanzenprofils auch eine Erneuerung der Anlaufspur und des Sprungrichterturms, die Verbesserung der Rettungswege, der Wasserversorgung und eine Verlegung des Athletendorfs. Zudem muss die 42 Jahre alte Sesselbahn durch eine neue Aufstiegshilfe ersetzt werden. „Wunschdenken“ nannte Jokschat ein mögliches Informationszentrum an der Skiflugschanze. „Uns geht es nicht darum, bei dem Wettkampf höher, schneller, weiter mitzumachen, sondern darum, eine zukunftsfähige, sichere Anlage zu bauen, die die nächsten 15 bis 20 Jahr Bestand hat“, erklärt der Sportstättenleiter. Offen ist die Finanzierung: Weil Oberstdorf das Millionenprojekt nich alleine stemmen kann, hofft die Gemeinde vor dem Hintergrund der anstehenden Weltmeisterschaft auf möglichst viel Geld von Bund und Land. „Die WM bietet die Möglichkeit, an der Schanze wieder etwas zu tun“, sagt Jokschat. Der letzte Umbau wurde im Jahr 1997 durchgeführt. Allerdings passt die Skiflugschanze als reine Wettkampfanlage nicht in die Sportförderrichtlinien von Bund und Land, die vor allem den Bau der Tränings- und Nachwuchsschanzen unterstützen. „Wir sind noch in Gesprächen, die angestrebte Finanzierung zu erreichen“, sagte Bürgermeister Laurent Mies. „Aber die Signale aus der Staatsregierung sind positiv.“ Es ist keine Frage, dass es ohne Unterstützung von Bund und Land nicht zu stemmen ist.“, sagte Gemeinderat Anton Weiler(UOL.) Ob sich die Gemeinde überhaupt an den Kosten beteiligen sollte, stellte Siegmund Rohrmoser (Grüne) infrage. “Bei einer Profilanpassung geht es nur um den Sport, das sollte auch aus dem Sport heraus finanziert werden.“Peter Titzler (FW) riet dazu, die Chance der anstehenden Skiflug-Weltmeisterschaft nicht verstreichen zu lassen. „Wenn wir es nicht jetzt angehen, dann ist die Gelegenheit vorbei“, sagte der Sportreferent.
„Und die Anlage da draußen aufzugeben, hat in Oberstdorf keiner ernsthaft vor.“

Die Heini-Klopfer-Schanze

* Die Anlage ist eine der fünf größten Skiflugschanzen der Welt.
* Die Schanze, die nur in Höhe des Absprungtisches mit Felsankern im Berg gehalten wird, gilt als statische Meisterleistung. Architekt war der Oberstdorfer Claus-Peter Horle.
* Die erste Schanze aus Holz entstand 1950 nach einem Entwurf des Architekten und Skispringers Heini Klopfer. Deswegen trägt die Anlage heute seinen Namen.

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Artikel von Michael Mang - „Allgäuer Anzeigeblatt“