|
Geburtstag:
9. August 1980
Geburtsort: Immenstadt i.A.
Geschwister: zwei Brüder, Marc (16.8.85) und Luca (27.8.98)
Familienstand: ledig
Verein: Skiclub Oberstdorf
Größe: 187 cm, Gewicht: 70 kg
Haarfarbe: braun, Augenfarbe: braun
Hobbies: Lesen, Computer, Kino, Snowboarden
___________________________________________________________
Sportliche
Laufbahn:
Weltmeisterschaften:
2001 in Lahti: 28. Normalschanze, 40. Großschanze
Weltcup:
1998/99: 24. in Harrachov, 43.,37.,42. in Planica (Skifliegen)
1999/00: 7. und 8. in Iron Mountain, 12. in Zakopane, 14.
in Lahti
1999/00: 22. bei der Vierschanzentournee
1999/00: 31. im Gesamtweltcup
1999/00: 10. im Sommer-Garnd-Prix
2000/01: 9. und 13. in Kuopio, 14.Harrachov
2000/01: 23. im Gesamt-Weltcup
2001/02: 23. in Neustadt
2001/02: 71. im Gesamt-Weltcup
Continentalcup:
2001/02: 3.Gallio, 3.Schönwald, 4.Braunlage, 6.Zao,
7.Lauscha, 7.Schönwald, 9.Courchevel, 9.Gallio, 10.Planica,
13.Bischofshofen, 14.Innsbruck, 14.Bischofshofen
2001/02: 12. in der Gesamt-Wertung
So 2002: 1. Oberstdorf, 15. Velenje, 18. Velenje
So 2002: 17. in der Sommer-Wertung
Junioren WM:
1998 in St.Moritz: Junioren-Weltmeister mit dem DSV-Team,
14. im Einzel
Deutsche Meisterschaften:
2000 in Oberstdorf: Deutscher Meister mit Team Bayern, 3.
Einzel
2001 in Oberhof: nicht am Start
2002 in Winterberg: Deutscher Meister Einzel, Deutscher Meister
im Team
2003 in Oberwiesenthal: 3. im Einzel und Deutscher Meister
im Team
____________________________________________________________________________
Immer
wieder werde ich gefragt, was macht eigentlich Frank Löffler.
Ich sollte es wissen - ich bin sein Onkel.
Frust und Endtäuschung
... beendeten am 17. Juli 2004 seine 18-jährige Skispringerlaufbahn.
Er hielt den Druck und das Spießrutenlaufen seelisch und nervlich
nicht mehr aus.
Reinhard Hess, sein früherer Trainer, sah in ihm den Nachfolger
von Martin Schmitt.
Aber nun zu dem Grund, der Frank dazu veranlasste, mit erst 24
Jahren dem Skispringen den Rücken zukehren. Ich beschränke
mich hierbei auf das Wesentliche.
Frank musste sich im Jahr 2002 einer Operation an der Patellasehne
im Knie unterziehen und musste deshalb in der Wintersaison 2002/03
verletzungsbedingt aussetzen. Sein Arzt sagte ihm, er müsse
unbedingt mehr Beinmuskulatur aufbauen, um sein Knie zu stabilisieren
und um präventiv möglichen Folgeschäden vorzubeugen.
Frank wurde daraufhin speziell von Reinhard Bär (Extrainer
von Jens Weißflog) betreut und trainiert. Die logische Konsequenz
des Aufbautrainings war, dass er dadurch auch etwas "schwerer"
wurde. Er wog 72 kg bei einer Körpergröße von 187
cm.
Trotz seines "Übergewichts", wäre er im Sommer
2003 bei der deutschen Meisterschaft in Oberhof beinahe als Sieger
auf dem Podest gestanden. Leider riss ihm beim Aufsprung das Band
am Ski und er wurde "nur" Dritter. Am Folgetag sprang
er dann neuen Schanzenrekord und wurde mit der Länderauswahl
Bayerns Deutscher-Mannschaftsmeister.
Nun zur Sache:
Der inzwischen entlassene DSV-Trainer Steiert machte ihm schriftlich
zur Auflage, er müsse bis zum Winter 2003/04 mindestens 4 kg
abnehmen, da er ansonst von sämtlichen Veranstaltungen und
Wettkämpfen ausgeschlossen würde. Frank stand zwischen
zwei Stühlen. Auf der einen Seite sein Arzt, der ihm zum Schutz
seiner eigenen Gesundheit, zu eine Stärkung seiner Beinmuskulatur
riet - auf der anderen Seite, seine DSV-Trainer, die Ihn unmissverständlich
zur Gewichtsreduzierung aufforderten. Diese wäre jedoch nur
realisierbar, durch die Verringerung, der aus medizinischer Sicht
notwenigen, Muskelmasse. Frank hatte zwischen seiner eigenen Gesundheit
und seiner Karriere im DSV zu entscheiden, was für einen Leistungssportler
soviel bedeutet, wie die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.
Frank entschied sich für seine Gesundheit. Diese "Befehlsverweigerung"
hatte zur Folge, dass er vom DSV für den Winter 2003/04 aus
dem A-Kader verbannt und für sämtlichen Veranstaltungen
und Wettkämpfe ausgeschlossen wurde. Dies war der Beginn einer
Reihe von Intrigen und unhaltbaren Unterstellungen und Verleumdungen,
die gezielt gegen die Person Frank Löffler gerichtet waren.
- Ein Trauerspiel!
Die Presse, darunter auch "Der Spiegel" berichteten ausführlich
über diese ganze Farce.
Fazit:
Steiert wollte Frank Löffler einfach nur los werden. Er war
zu unbequem, weil er es wagte, sich öffentlich über die
abnormen Methoden der Gewichtsreduzierung im Skispringen zu äußern.
Getreu dem Motto und der Gleichung < Gewicht gleich > Weite.
Ein Sportler hat gefälligst zu schweigen und ausschließlich
den Anweisungen seines Trainers Folge zu leisten. Vasallentum im
21. Jahrhundert.
Dabei stellt sich einem die Frage, wie tief muss man eigentlich
charakterlich sinken, um einem jungen und hoffnungsvollen Talent
die Skisprungkarriere zu zerstören?
Als Konsequenz der öffentlichen Diskussion und des öffentlichen
Drucks hat die FIS mittlerweile im Skispringen ein Body-Index eingeführt.
Dies ist erst der 1. Schritt und zeigt, wie wichtig das couragierte
Verhalten von Frank war, der die Missstände beim Namen genannt
hat. Auch wenn es ihm seine Karriere gekostet hat, so geht er wenigstens
in dieser Auseinandersetzung als moralischer Sieger hervor. Aber
ist der Preis hierfür gerechtfertigt?
Ich bin froh, dass mein Vater, bzw. der Opa von Frank, Sepp Weiler,
dieses Intrigespiel nicht mehr mit erleben musste. Er wäre
zu tiefst enttäuscht gewesen, wie sich sein über alles
geliebtes Skispringen entwickelt hat.
Nun kennen Sie die wahre Geschichte.
Bernd Weiler
|